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Horizontalbohrungen am Ufer des Luganer Sees

 

Horizontale Herausforderungen

Wie können es Tätigkeiten, die tief im Inneren der Erde stattfinden, erst ermöglichen, dass ein Projekt der Architektur oder des Ingenieurwesens weithin sichtbar zur Blüte kommt? Horizontale Bohrungen können dies erreichen. Es wird über einen Erfolg am Ufer des Ceresio, Kanton Tessin, berichtet.

Publikationsdatum 15-11-2020www.espazium.ch Maddalena VitaliMSc Umweltingenieurwesen/SIA, Vertreterin für Technischen Vertrieb, Hovet SA

Oft sind es Ingenieurwerke im Untertagbau, versteckt und nicht sichtbar, ohne die große und renommierte Projekte an der Oberfläche zum Scheitern verurteilt wären. Die Bohrungstätigkeit, über die hier berichtet wird, hat die thermohygrometrische Regulierung der neu erbauten Residenz Parco Lago in Paradiso, Kanton Tessin, ermöglicht. Dieses bedeutende Wohnprojekt liegt in einem der traditionsreichsten Gebiete in der Region Lugano, auf dem Gebiet der ehemaligen städtischen Brauerei, bekannt auch über die Grenzen des Tessins hinaus.

Durchgeführt wurde eine gesteuerte horizontale Bohrung, häufig bekannt auch unter dem englischen Akronym HDD (horizontal directional drilling). In der Zeitspanne von zwei Monaten wurde eine Doppelbohrung durchgeführt, um die Rohre, die den Betrieb der Heizungs- und Kühlungsanlage der Residenz ermöglichen, zu verlegen. Ein Rohr, etwa 160 m lang, lässt Wasser in den See einlaufen, während das andere Rohr von 260m Länge Seewasser aus einer Tiefe von 30 m und mit einer Temperatur von 8°C entnimmt; dieses letztere Rohr entwickelt sich zuerst unterirdisch, um sich dann auf dem Boden des Sees für 100 m fortzusetzen. Die Bohrungen befinden sich an einer Tiefe vom 7 m unter dem Freispiegel, dessen durchschnittliche Höhe etwa 270.5 m ü. M. ist, bei einer Neigung von 5%.

Mehr als eine außergewöhnliche Schwierigkeit war bei der Bohrung zu überwinden. Angesichts des Mangels an Manövrierfläche im Bereich des Projekts wurde das unterseeische Rohr in der Nähe vom Ufer der Gemeinde Melano mit Wasser ausgefüllt und 10 km entlang den See geschleppt, um dann an der Zielposition von einem Taucher in Position gebracht zu werden. Die zweite große Herausforderung war, den Parallelismus der Doppelbohrung bei einem Krümmungsradius von 80 m aufrechtzuerhalten; dies wurde mittels einer ferngesteuerten Pilotbohrung und dank Spezialtechnikern mit langjähriger Erfahrung in solch herausfordernden Projekten umgesetzt.

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